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Feuer oder Erde? Alle Bestattungsformen in Berlin im Überblick

  • 30. Jan.
  • 6 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 11. Feb.

Unterschiedliche Bestattungsformen sind inzwischen möglich.
Foto: Kreis & Raum

Die Großmutter wurde im Sarg begraben, der Nachbar in der Urne. Ist das alles? Wir werden sehr oft gefragt, ob man sich eigentlich auch anders beisetzen lassen kann und inzwischen gibt es schon etwas mehr Optionen. Grundsätzlich muss man sich aber entscheiden: soll mein “ganzer” Körper beigesetzt werden oder meine Asche? Also die Entscheidung zwischen Erde oder Feuer.


60-100kg Körper oder 3-4kg Asche?


Mit einer Bestattung im Sarg kann man schon aus logistischen Gründen weniger machen als mit einer Urne. Während ein Körper zum Beispiel 80kg wiegt, sind es bei der Asche im Durchschnitt 3,5kg. Um eine Entscheidung für sich oder andere zu treffen, muss man erstmal wissen was überhaupt erlaubt und möglich ist.  Wir helfen euch, unabhängig von Ort und Art dabei diese Entscheidung zu treffen und auch umzusetzen. 





Was ist erlaubt? Ein Überblick möglicher Bestattungsarten in Berlin


Grundsätzlich wird zwischen Erdbestattung und Feuerbestattung unterschieden. Viele bekannte Bestattungsformen – wie die Seebestattung oder Baumbestattung – bauen auf der Feuerbestattung auf. Das heißt, in der Ost- oder Nordsee sowie im Wald können nur Urnen, keine Särge, beigesetzt werden. Darüber hinaus gibt es neue Wege, wie die Reerdigung, sowie besondere Regelungen für die Beisetzung von Sternenkindern (sehr jung verstorbene Kinder).


Erdbestattung – Die klassische Beisetzung auf dem Friedhof

Die Erdbestattung ist die traditionellste Form der Beerdigung. Der oder die Verstorbene wird im Sarg auf einem Friedhof beigesetzt. In Berlin stehen zahlreiche Friedhöfe mit unterschiedlichen Grabarten zur Verfügung.

Mögliche Formen der Erdbestattung:

  • Reihengrab - Gräber werden der Reihe nach vergeben

  • Wahlgrab - ich suche mir ein bestimmtes Grab auf dem Friedhof selbst aus

  • Gemeinschaftsgrabanlage - Es wird ein Grabplatz in einer Gemeinschaft gekauft inkl. Pflege


Feuerbestattung – die Basis vieler Bestattungsformen

Bei der Feuerbestattung wird die verstorbene Person eingeäschert. Sie ist heute die häufigste Bestattungsform in Berlin, da sie viele unterschiedliche Beisetzungsarten ermöglicht. Ungefähr 80% wählen aktuell eine Einäscherung in Deutschland. Nach der Einäscherung kann die Asche in der Urne auf verschiedene Weise beigesetzt werden – auf dem Friedhof, im Wald oder im Meer. Die Asche ist leichter (ca. 3,5kg) und lässt sich auch verstreuen. Deswegen gibt es hier deutlich mehr Optionen, als mit einem Sarg.  


Beisetzungsmöglichkeiten mit einer Urne oder Asche nach der Feuerbestattung


Seebestattung

Die Seebestattung erfolgt von Deutschland aus auf der Ost- oder Nordsee, also immer im Meer (nicht auf einem See). Die Asche wird in einer wasserlöslichen Urne vom Schiff aus dem Meer übergeben. Zugehörige können, wenn sie wollen, dabei sein. Einen Grabstein oder sonstiges Gedenkzeichen gibt es auf See natürlich nicht, aber man erfährt die Koordinaten des Beisetzungsortes. 

Eine Beisetzung auf einem See (Berliner Umland etc.) ist in den meisten Bundesländern nicht gestattet. Eine Ausnahme ist hier Rheinland-Pfalz. 2025 wurde das Bestattungsgesetz reformiert, nun ist eine Beisetzung im Rhein, in der Mosel oder in anderen Flüssen erlaubt. 


Ob Nord- oder Ostsee, beides ist von Berlin aus gut möglich. Foto: David Walker
Ob Nord- oder Ostsee, beides ist von Berlin aus gut möglich. Foto: David Walker


Baumbestattung im Bestattungswald (zB FriedWald, RuheForst)

Die Bestattung am Baum gilt als naturnahe Bestattungsform. Die Urne wird an den Wurzeln eines Baumes beigesetzt – zum Beispiel im FriedWald, RuheForst oder einem regionalen Bestattungswald (zB Heiligengrabe) rund um Berlin und Brandenburg.

Diese Form wird oft gewählt, wenn Naturverbundenheit wichtig ist und es eine pflegefreie Grabstelle sein soll. Dazu kann man seinen Hund mit in den Wald nehmen, was auf vielen Friedhöfen nicht erlaubt ist.

Aufgrund der vielen Wurzeln im Wald ist eine Erdbestattung meist nicht möglich.

Wenn Du dazu mehr Informationen möchtest lese unseren Blogbeitrag “Am liebsten einfach an einen Baum” - die Baumbestattung


Urnenbeisetzung auf dem Friedhof

Die am häufigsten genutzte Bestattungsform ist die Urnenbestattung auf dem Friedhof:

Mögliche Formen der Beisetzung sind:

  • Reihengrab

  • Wahlgrab

  • Urnenwand oder Kolumbarium

  • Anonymes Grab: hier wird die Asche zB auf einer Rasen-/Wiesenfläche beigesetzt, ohne dass es ein Namensschild gibt. Diese Beisetzungsart entspricht oft dem Wunsch, ein Grab ohne Pflege zu haben. Pflegefreie Gräber gibt es aber auch mit dem Namen der verstorbenen Person zum Beispiel an einer Stele oder auf einem Stein (Stichwort: pflegefreies Grab in einer Urnengemeinschaft).


Diamantbestattung

Bei der Diamantbestattung wird ein Teil der Asche zu einem Erinnerungsdiamanten verarbeitet. Diese Form ist keine Beisetzung im klassischen Sinn, es wird nur eine Teil der Asche (ungefähr 200-400g) für den Diamanten benötigt. Alternativ kann man auch das Haar der verstorbenen Person verwenden. Die restliche Asche muss also dann weiterhin beigesetzt werden. 


Die Asche verstreuen

Wir werden regelmäßig gefragt, ob man Asche auch verstreuen kann. In Filmen wie zB Chocolat wird das auch sehr schön dargestellt, die Urne wird geöffnet und die Asche steigt in die Luft empor, der Wind nimmt sie auf den Weg in die ganze Welt. Ganz so ist es natürlich nicht, aber es gibt trotzdem verschiedene Möglichkeiten wie man Asche in der Luft oder auf der Erde versteuern kann.

In Deutschland gibt es den Friedhofszwang, d.h. auch Asche muss auf einem dafür vorgesehenen Grabplatz beigesetzt werden.


Asche verstreuen auf einer Aschestreuwiese/Blütenwiese oder Almwiese

Will man kein klasisches Grab und den oben genannten Friedhofszwang umgehen, ist die Almwiesenbestattung auf einer Aschestreuwiese der Oase der Ewigkeit in der Schweiz als Naturbestattung in den Walliser Alpen eine mögliche alternative Bestattungsart. Auch in Brandenburg (zB Eberswalde) gibt es inzwischen Blütenwiesen, die es auch erlauben Asche zu verstreuen.


Foto:  Maximilian Meyer
Foto: Maximilian Meyer

Asche verstreuen in der Luft während dem Flug

Das Kleinflugzeug startet je nach Wunschroute und Begleitung an der Grenze zwischen der Schweiz und Frankreich. Die Asche des Verstorbenen wird direkt aus dem Flugzeug über der Schweizer Bergwelt verstreut.


Asche verstreuen bei Landung auf einem Berg

Bei einem Alpenrundflug mit Gletscherlandung fliegt ein Helikopter durch das Berner Oberland auf den Petersgrat an der Grenze zum Wallis.

Der Helikopter landet auf dem Gletscher im ewigen Eis und die Asche wird dort gemeinsam verstreut, bevor der Helikopter entlang der Berner Alpen zurück zum Flughafen Bern fliegt.


Flug mit einem Heißluftballon

Der Heißluftballon startet in den Himmel und fliegt über die alpine Landschaft. Der Wind bestimmt die Flugrichtung und trägt den Ballon durch die Luft hoch hinaus, auf eine Höhe von ca. 3.000 Metern. Dort wird die Asche aus dem Ballon heraus verstreut.


Die Tree of Life Baumbestattung 

Die Baumbestattung mit Tree of Life ist eine besondere Form der Baumbestattung, bei der die Asche der verstorbenen Person mit der Erde eines neu gepflanzten Baumes vermischt wird. Dazu wird die Asche zu einer Baumschule in den Niederlande gebracht. Der Baum kann dann im eigenen Garten beigesetzt werden.


Reerdigung – Eine neue, ökologische Bestattungsform


Foto: Jens Vogel
Foto: Jens Vogel

Eine Reerdigung ist eine relativ neue, ökologische Bestattungsform, bei der der menschliche Körper nicht in einem Sarg beerdigt oder eingeäschert wird. Stattdessen wird er in einem speziellen, biologisch abbaubaren Kokon zusammen mit pflanzlichem Material so „transformiert“, dass Mikroorganismen ihn innerhalb von etwa 30-40 Tagen in fruchtbare Erde umwandeln. Das Ergebnis dieser Transformation ist sehr fruchtbare Erde, die danach auf einem Friedhof beigesetzt werden muss.




Ist das erlaubt? Rechtlicher Status in Deutschland

Eine Reerdigung ist im Moment nur in Schleswig-Holstein erlaubt. Innerhalb eines Pilotprojektes darf diese Beisetzungsform erprobt und angeboten werden. Aktuell gibt es zwei Standorte (Möllen und Kiel), an denen der Körper reerdigt werden kann. 

Die “neue Erde” muss trotzdem beigesetzt werden. Auch wenn der Mensch nun Erde ist , ist die Erde formal immer noch ein verstorbener Mensch. In Berlin wird eine Beisetzung dieser Erde noch nicht angeboten. Aktuell darf deswegen nur auf den Friedhöfen in Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern beigesetzt werden.


Die Reerdigung ist also (noch) nicht erlaubt

Die Reerdigung ist nicht bundesweit im Bestattungsgesetz als „dritte Bestattungsart“ verankert (also neben Erd- und Feuerbestattung). Das heißt: In Berlin und Brandenburg ist sie aktuell rechtlich nicht vorgesehen. Die bundesweite Anerkennung als Standard-Bestattungsart steht noch aus.

Wenn in Berlin jemand eine Reerdigung möchte, ist das aber dennoch möglich. Der Körper wird dann nach Mölln oder Kiel überführt und dort zu Erde. Beisetzen lassen muss man sich dann aber in einem der Bundesländer, die das aktuell erlauben.


Beisetzung von Sternenkindern in Berlin

Als Sternenkinder werden Kinder bezeichnet, die während der Schwangerschaft, bei oder kurz nach der Geburt versterben. Lies gerne hier in unserem Blogbeitrag zum Thema Sternenkinder weiter, wenn das für Dich interessant ist. Blogbeitrag "Sternenkinder: Bedeutung, Bestattung und Unterstützung für betroffene Eltern"


Es gibt verschiedene Möglichkeiten, ein Sternenkind zu bestatten:


  • Klassische Beisetzung auf einem Friedhof: Ein eigener Grabplatz oder ein gemeinsamer Ort des Erinnerns – Einige Friedhöfe haben auch spezielle Bereiche für Sternenkinder. 

  • FriedWald/RuheForst: Die Einäscherung ist auch bei Sternenkindern möglich, mit anschließender Beisetzung in einem Bestattungswald

  • Seebestattung

  • Frühchen unter 500 Gramm - Gemäß dem Berliner Bestattungsgesetz sind frühgeborene Kinder unter 500 Gramm nicht bestattungspflichtig. Dennoch bieten inzwischen viele Friedhöfe einen Grabplatz unabhängig von dem Gewicht an. 


Und nun? Welche Bestattungsform ist die richtige?

Wahrscheinlich gibt es garnicht die eine richtige Art, jeder Mensch hat andere Prioritäten und man sollte sich fragen: Welche Bestattungsform ist die richtige FÜR MICH? Dem einen ist es sehr wichtig eine möglichst CO2-arme und einfache Beisetzung zu haben, jemand anderes möchte lieber kein Grab und in der See verstreut werden und die nächste ist sich sicher, eine große Feier mit vielen Leuten, Live-Musik und Sekt am Grab muss es sein. Am besten ist es mit Freunden und Familie einfach mal über die eigenen Wünsche zu sprechen und sich auszutauschen. Vielleicht kommt man dann auf Gedanken und Möglichkeiten, die man für sich selbst noch garnicht in Betracht gezogen hat.


Woher weiß ich, welcher Bestatter was anbietet?

Viele Menschen denken, dass ein Bestattungsunternehmen nur ausgewählte Bestattungsformen in der Nähe anbietet oder nur mit bestimmten Friedhöfen zusammenarbeitet. Die meisten Bestatter bieten aber alle Bestattungsformen an. Wir bei Kreis & Raum arbeiten in jedem Fall unabhängig von Friedhöfen, Krematorien oder Beisetzungswäldern und können zu allen Möglichkeiten beraten.

Wenn du Fragen zu Bestattungsarten in Berlin hast oder dir unsicher bist, welche Form passt, kannst du uns einfach ansprechen – egal ob du für jemand anderen planst oder deine eigene Bestattung durchdenken möchtest.

 
 
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